Die neuseeländische Regierung hofft in erster Linie auf wohlhabende und gut ausgebildete Touristinnen und Touristen aus den USA und Asien, aber auch aus Europa. Die Menschen müssen für ausländische Firmen arbeiten. Sie dürfen nicht bei einem neuseeländischen Unternehmen angestellt sein, um nicht in Konkurrenz zu den lokalen Arbeitskräften zu stehen.
Digitale Nomaden sind Personen, die mit Laptop und Internetanschluss von fast überall auf der Welt arbeiten können.
«Digitale Nomaden im IT-Bereich sind in vielen Fällen relativ gut bezahlt», sagt SRF-Ozeanienkorrespondent Urs Wälterlin. Wenn sie in Neuseeland Geld ausgeben für Unterkunft, Essen und touristische Aktivitäten, kurbeln sie die Wirtschaft an – und dies stärker als Touristinnen und Touristen, die nach wenigen Wochen wieder heimfliegen.»
Neuseeland spürt noch immer die wirtschaftlichen Folgen der Covid-Pandemie mit ihren harten Lockdowns. Die Preise und Lebenshaltungskosten sind extrem gestiegen, die wichtige Tourismusindustrie erholt sich noch immer von den eingebrochenen Besucherinnen- und Besucherzahlen. «Da sind Leute, die lange im Land bleiben und Geld ausgeben, mehr als willkommen», sagt Urs Wälterlin.
Zwar gibt es an manchen Orten während der Hochsaison sehr viele Touristinnen und Touristen. Der Zugang zu vielen Touristenattraktionen ist jedoch gut geregelt. Deshalb rechnet Wälterlin nicht damit, dass die digitalen Nomaden massgeblich zu «Overtourism» beitragen würden.
Einige Kritikerinnen und Kritiker befürchten, dass die Menschen plötzlich in Neuseeland bleiben und der dortigen Bevölkerung die Arbeitsplätze wegnehmen. Wälterlin spekuliert, dass Neuseeland tatsächlich interessiert sein könnte an hochwertigem IT-Fachpersonal: «Das kann durchaus ein stiller Hintergedanke sein, dass man Topleute anlockt, die dann bleiben und mit ihrem Wissen zur Entwicklung des Landes beitragen.» Die Chancen der Regelung seien für das Land deutlich grösser als die Risiken.
Da die Internetnomaden nun offiziell arbeiten dürfen, wird das Land attraktiver. «Bisher durfte man in Neuseeland als Tourist theoretisch nicht einmal seine geschäftlichen E-Mails checken, ohne ein Arbeitsvisum zu haben», sagt der Ozeanienkorrespondent. Auch zeigen Erfahrungen aus anderen Ländern, dass solche Programme durchaus erfolgreich sein können, weil sie indirekt die lokale Wirtschaft ankurbeln.
Neuseeländische Medienmitteilung zu den neuen Regelungen: «Remote Work» in Neuseeland (engl.)
Quelle: «SRF 4 News», 2025
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